AUDIO: Bericht: Premiere für die "Blues Brothers" im Lüneburger Kurpark (5 Min)
Stand: 15.08.2025 14:08 Uhr
Theater findet in Lüneburg ab sofort im Kurpark statt. Als Eröffnung der Freiluftsaison spielt das Ensemble eine Adaption des 1980er-Jahre Kultfilms "The Blues Brothers" von John Landis.
von Katrin Schwier
Sie sind "im Auftrag des Herrn unterwegs" - und sie sind längst Kult! Mit schwarzem Anzug, Sonnenbrille und jeder Menge Soul eroberten die Blues Brothers in den 1980er-Jahren die Kinoleinwand. Gefeiert wurde der Film nicht zuletzt wegen der prominenten Stars aus der Soul- und Rock'n'Roll-Szene: James Brown, Ray Charles und natürlich Aretha Franklin.
Das Theater Lüneburg bringt diesen Kultfilm nun als Musical auf die Bühne - erstmals spielt das Ensemble unter freiem Himmel, im Kurpark Lüneburg. Am Donnerstagabend war Premiere.
5.000 Dollar - woher nehmen, wenn nicht stehlen?
Die legendären Sonnenbrillen der Blues Brothers sind nicht nur sehr, sehr dunkel, sondern auch überdimensional groß. Zwei sind als Kulisse aufgebaut im Lüneburger Kurpark. Der Plot ist schnell erzählt: Elwood und Jake Blues (gespielt von Philipp Lang und Philip Richert) erfahren, dass das Waisenhaus, in dem sie groß geworden sind, vor dem Ruin steht. 5.000 Dollar fehlen - und die wollen sie beschaffen. Aber die Mutter Oberin besteht darauf, dass der Betrag ehrlich erworben werden muss. Die beiden haben eine Idee: Sie wollen ihre alte Band wieder zusammenbringen. "Ein paar Auftritte und wir haben fünf Lappen."
Erste Open-Air-Produktion des Theaters
Das Musical lebt von den Sprüchen der Blues Brothers, die längst Kult geworden sind, und von den Songs, die nicht mehr aus dem Ohr gehen. Es reicht schon der Titel des Songs "Everybody Needs Somebody to love" - und man summt noch zwei Tage vor sich hin.
Neu ist die Produktion nicht. Die "Blues Brothers" gibt es seit vier Jahren für herkömmliche Theaterbühnen. Für die Lüneburger Version, die erste Open-Air-Produktion des Theaters, wurde es angepasst: Echte Autos fahren um die Zuschauer herum, darunter das legendäre Polizeiauto und ein knallroter Cadillac.
Konzept geht auf, fast alle Karten vergriffen
Intendant Friedrich von Mansberg will mit seinem Theater "dahin gehen, wo die Menschen sind". Kultur sei Teil des gesellschaftlichen Lebens, "und wenn gesellschaftliches Leben im Moment großen Umbrüchen ausgesetzt ist, ja, auch von großen Angriffen von Verächtern des demokratischen Miteinanders, dann muss die Kultur dahin gehen und sich einmischen. Das sollte nicht nur mit schweren, gedanklich komplexen Theaterstücken, sondern auch mit guter, anspruchsvoller Unterhaltung geschehen. Wir gehören zu dieser Stadt, und wir gehören zu dem Leben hier."
Das Konzept scheint aufzugehen. Vier Vorstellungen sind angesetzt, mit jeweils 1.000 Plätzen, die waren schon vor der Premiere fast ausverkauft, freut sich Mansberg: "Ja, das lohnt sich, und ich bin mir sicher, hier sind Menschen, die sonst vielleicht gar nicht ins Theater gehen, und uns so kennenlernen."
Der Funke springt über
Auch wenn bei dem Roadtrip der Blues Brothers alles schiefläuft, was schieflaufen kann, schaffen es die beiden Brüder natürlich und kriegen ihre legendäre Band vereint. Der Funke springt auf das Publikum über. Zum Ende hält es niemanden mehr auf den Stühlen. Alle singen und tanzen mit. Theater in Kurpark - das soll es wieder geben. Intendant Friedrich von Mansberg hat schon Ideen für die Open-Air-Produktion im nächsten Jahr. Welche, das bleibt noch ein Geheimnis.
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